Pferde

Equidenpass

Seit dem 01.07.2000 ist der Equidenpass Pflicht für jeden Equiden, das heißt für alle Pferde, Ponys und Esel.

Der Pass muss stets beim Pferd sein. Er ist im Stall zu deponieren und bei jedem Transport mitzuführen. Ausgenommen sind Fohlen bei Fuß, Weidegang, Ausritte bis zu 3 Stunden Fußwegentfernung, Geländewettbewerbe und Notfälle.

Seit dem 1.7.2009 benötigen alle Equiden, die noch keinen Pass besitzen, einen Transponder (Mikrochip), der bei der Ausstellung eingesetzt wird.

Aus Drittländern importierte Pferde müssen binnen von 30 Tagen identifiziert und gechipt werden. Zu beachten ist auch, dass der in den USA generell verwendete Chip nicht ISO-konform und daher in Europa nicht gültig ist.

Für die Beantragung des Passes und des Transponders ist der Tierhalter verantwortlich.

Dabei ist der Tierhalter derjenige, der den Equiden versorgt und für das Tier verantwortlich ist, also i.d.R. der Stallbetreiber. Er bestellt unter Angabe seiner Tierseuchenkassennummer bei der FN den Chip und die nötigen Unterlagen, und ein ermächtigter Tierarzt oder Zuchtverbandsbeauftragter chipt und zeichnet den Equiden dann.

Der Tiereigentümer muß dabei festlegen, ob der Equide

              „zur Schlachtung“ oder „nicht zur Schlachtung“

bestimmt ist.

Die FN rät in ihrer Info-Broschüre zum Status „zur Schlachtung“, da man dies jederzeit in „nicht zur Schlachtung ändern kann, umgekehrt logischerweise jedoch nicht.

Wir Tierärzte sehen diesen Punkt etwas anders, da der Status „zur Schlachtung“ bei der tierärztlichen Behandlung doch einige Nachteile mit sich bringt. Diese äußern sich zunächst einmal darin, dass für jedes Medikament – egal ob für Pferde zugelassen oder nicht – das bei dem Pferd von uns angewendet oder für das Pferd abgegeben wird, ein sogenannter

Anwendungs-/Abgabebeleg

ausgefüllt werden muss, der vom Tierhalter (also wieder der Stallbetreiber) 5 Jahre aufzubewahren ist. Des weiteren muss der Tierhalter ein sog. Bestandsbuch führen, das heißt, er muss die Medikamente mit bestimmten Angaben in ein Buch eintragen und zwar jedes Mal, wenn sie gegeben werden. Da hierzu theoretisch auch jedes Auftragen einer Salbe durch den Besitzer gehört, ist dies ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Für Medikamente, die keine Zulassung für „Schlachtpferde“ haben, besteht eine Wartezeit von 6 Monaten, und diese Medikamente müssen in den Equidenpass eingetragen werden. Das bedeutet, der Pass muss bei jeder Behandlung vorliegen. Zunehmend  mehr Medikamente dürfen bei Schlachtpferden gar nicht erst angewendet werden. Hierzu gehört auch das gut bekannte und gern genutzte Equipalazone.

Einfacher ist es daher,wenn sich sicher ist, dass das Pferd sowieso nicht geschlachtet werden soll, den Status „nicht zur Schlachtung“ zu wählen. Dann sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich!

Pferde die vor dem 1.7.2009 geboren sind und noch keinen Pass besitzen, erhalten bei Ausstellung automatisch den Status „nicht zur Schlachtung“ bestimmt.

Bei vielen älteren Pferden fehlt im Equidenpass der Arzneimittelanhang! Dieser ist leicht telefonisch bei dem zuständigen Zuchtverband unter Angabe der Lebendnummer zu beantragen! Auch hier erfolgt automatisch der Status „nicht zur Schlachtung“. Diese Pferde wurden demnach vor dem 1.7.2009 ordnungsgemäß identifiziert, und gelten auch weiterhin als identifiziert, auch wenn sie nicht gechipt wurden. Dieses setzt jedoch vorraus, daß sie einen korrekten Pferdepass haben und eine Lebendnummer vergeben wurde.

Noch Fragen? Weitere Informationen erhalten Sie gerne von unserem Praxisteam.

 

Rechtliche Grundlagen:
Viehverkehrsordnung (ViehVerkVO)
Tierhalter-Arzneimittelanwendungs-und NachweisVO
EU-Verordnung 504/2008